Unsere Grundsätze

  1. Als solidarische Gemeinschaft produzieren wir lokal Lebensmittel, um Menschen regional und gesund zu ernähren.
  2. Wir realisieren kurze Wege, frische Qualität und eine unverpackte Versorgung mit Lebensmitteln für unsere Mitglieder
  3. Das Land und der Boden, der unserer SoLaWi zur Verfügung steht, wird an ökologischen Wirtschaftsweisen orientiert und nachhaltig bewirtschaftet.
  4. Wir handeln und entscheiden zukunftsorientiert.
  5. Unsere SoLaWi soll auch ein Ort der Gemeinschaft sein.
  6. Wir sind offen für eine breite Vielfalt von Menschen und Ideen.
  7. Unsere Arbeit und unsere Pläne kommunizieren wir transparent.
  8. Wir möchten und wünschen uns, dass SoLaWi-Mitglieder die Möglichkeit haben, am Gemeinschaftsprojekt im Rahmen ihrer Ressourcen und Fähigkeiten mitzuwirken.
  9. Die SoLaWi Kell am See ist ein Projekt, das weiter wachsen, sich entwickeln und verändern darf
  10. Jeder darf Trecker fahren!

Die Bieterrunde

Was ist eine Bieterrunde und wie funktioniert sie?

Die Basis einer Solawi besteht daraus, dass die Landwirt*innen die Mitglieder mit regionalen und ökologischen Lebensmitteln versorgen. Die Produktionskosten werden gemeinschaftlich von den Mitgliedern getragen. Dazu stellen die Landwirt*innen zu Beginn eines neuen Wirtschaftsjahres ihre geplante Kostenkalkulation (das Jahresbudget) vor. Die Bieterrunde ist ein Verfahren, um dieses Jahresbudget zu decken und dabei die unterschiedlichen ökonomischen Verhältnisse bzw. finanziellen Möglichkeiten der Mitglieder zu berücksichtigen. Mit der Abgabe eines Gebotes sagt jedes Mitglied zu, sich in Höhe des gebotenen Betrages am Jahresbudget der Solawi zu beteiligen. Das abgegebene Gebot entspricht also einer verbindlichen Finanzierungszusage für ein ganzes Jahr bzw. eine Saison. 

Für die Durchführung einer Bieterrunde gibt es verschiedene Varianten:

Wir haben uns für die Variante mit Richtwert entschieden. Vor Beginn der Bieterrunde wird die Gesamtbudgetsumme durch die Anzahl der Mitglieder bzw. der zu vergebenen Ernteanteile geteilt. Daraus ergibt sich ein rechnerischer Mittelwert. Dieser Wert kann als Richtwert angenommen werden. Jetzt wissen alle, was im Durchschnitt von jedem gezahlt werden müsst. Jedes Mitglied kann anschließend entsprechend seiner individuellen finanziellen Situation über, unter oder exakt den Richtwert bieten. Hier ist es hilfreich, den Wert etwas höher anzusetzen als den errechneten Betrag, um einen finanziellen Spielraum für diejenigen zu schaffen, die weniger geben können. Kommt das Budget in der ersten Runde nicht zusammen, ist eine zweite Gebotsrunde erforderlich. Wenn auch danach keine Deckung zustande kommt, sollte überlegt werden, ob das Budget noch einmal überarbeitet oder der Fehlbetrag durch eine einheitliche Aufstockung der Gebote aufgebracht werden kann. 

Um mehrere Gebotsrunden zu vermeiden kann, kann alternativ auch das sog. Ampelverfahren angewendet werden. Dabei gibt jedes Mitglied direkt 3 unterschiedliche Gebote ab: 

  • Grünes-Gebot: „dieser Beitrag ist für mich gut aufzubringen"
  • Gelbes-Gebot: „dieser Beitrag ist schon etwas schwieriger, aber noch gut machbar“
  • Rotes-Gebot: „absolute Grenze für meinen Beitrag“. 

Zuerst werden alle „Grünen“ Gebote zusammengerechnet. Falls dies nicht für die Budgetdeckung ausreicht werden als nächstes alle „Gelben“ und erst dann alle „Roten“ Gebote aufaddiert. Die Bieterrunde kann sowohl schriftlich auf Zetteln erfolgen, oder über ein digitales Beispiel einer Solawi : https://goo.gl/forms/VCzPOZ00OWMj1Lp12

Der Ernteanteil

Der Ernteanteil ist dein Anteil an der wöchentlichen Gesamternte (Gemüse / Eier) des Betriebes. Unser Ziel ist es, mit einem Gemüsernteanteil den Bedarf einer Kleinfamilie, welche regelmäßig kocht, zu decken. 

Dabei wird es gerade beim Gemüse Zeiten im Jahr geben, in welchen die Menge eines Anteils sehr hoch ist und Zeiten, zu welchen es etwas weniger Ernte gibt.

Schau dir dazu auch den folgenden Anbauplan an. Hier zeigen wir anschaulich, was wir anbauen und wann wir welche Ernte erzielen möchten.

Ein Eier-Anteil entpricht in etwa sechs Eiern / Woche       (26 Eier / Monat).

Weitere Fragen und Antworten

 

  • Wie kann ich mitmachen?

In dem du dich bei uns meldest. Siehe dazu das Kontaktformular Werde Mitglied!

  • Ab wann kann ich Mitglied werden?

Grundsätzlich kannst du immer zum Beginn einer neuen Saison (01. März) einsteigen. Natürlich lohnt es sich immer bei uns nachzufragen, ob ein Einstieg auch spontan unter der Saison möglich ist.

  • Was kostet ein Anteil?

Die Kosten werden anhand eines Richtwertes definiert. Dieser beträgt für 2021 beim Gemüse € 90 / Monat und bei Eiern      € 16 / Monat. Bitte schau dir dazu auch die Gestaltung der Bieterrunde (oben) an.

  • Muss ich sowohl Gemüse als auch Eier beziehen?

Nein. Du darfst natürlich Anteile von beiden Produkten nehmen, kannst dich aber auch für nur eines der beiden Produkte entscheiden.

  • Warum bezahle ich auch wenn es keine Ernte gibt?

Das Konzept verlangt die Deckung des vollständigen Jahresbudgets durch die Mitgliederbeiträge. Diese Beiträge sind auf Monatsbeiträge umgerechnet. Natürlich ist es unser Ziel, dir über einen möglichst breiten Zeitraum über das Jahr hinweg frische Ernte anbieten zu können. Leider ist dies jedoch aufgrund saisonaler Witterungsschwankungen nicht immer möglich. Unsere Gemüsevariation wird jedoch so gestaltet, dass wir Gemüsearten wählen und anbauen, welche zu unterschiedlichen Jahreszeiten erntereif sind.

  • Was ist wenn ich im Urlaub bin?

Leider hast du nicht direkt die Möglichkeit, deine Ernte abzubestellen. Du kannst dich aber mit einem anderen Mitglied absprechen. Dann kann diese Mitglied in diesem Zeitraum deine Ernte abholen und verwerten. Beim nächsten Mal macht ihr´s dann umgekehrt ;-)

  • Wie komme ich an meine Ernte?

Du kommst einmal wöchentlich (jeweils am festgelegten Abholtag) zu uns auf den Hof und holst du dir deine Ernte ab.

  • Ist das alles bio? 

Wir orientieren uns an biologischen Grundsätzen. Dabei verzichten wir auf chemische Pflanzenschutzmittel und mineralischen Dünger. Eine offizielle Zertifizierung besitzen wir nicht. Diese würde uns viel Geld kosten und wäre außerdem nur nützlich, wenn wir unsere Produkte auf dem freien Markt anbieten würden.

  • Kann ich eine Sorte abbestellen?

Das ist leider nicht möglich. Wir besprechen uns aber regelmäßig mit unseren Mitgliedern und versuchen die Wünsche im Hinblick auf unsere Gemüsevariation zu erfüllen. Solltest du eine Sorte defintiv nicht wünschen kannst du diese vielleicht mit einem anderen Mitglied tauschen.

  • Welche Lebensmittel bekomme ich? Wie viel?

Wir produzieren verschiedene Gemüse und Salate. Dazu kommen Kräuter. Für das Jahr 2021 sind ca. 20-25 verschiedene Gemüsearten und Salatsorten vorgesehen. Dazu gehören Tomaten, Auberginen, Paprika, Zwiebeln, Kartoffeln, Möhren, verschiedenen Kohlsorten, Rote Bete, Kürbisse, Gurken, Lauch, verschiedene Salate und einige mehr. Eine exakte wöchentliche Menge können wir nicht vorhersagen. Wir planen den Anbau jedoch so, dass der Ernteanteil dem Verbrauch einer Kleinfamilie entspricht. 

Außerdem bekommst du im Falle, dass du einen Eier-Anteil hast, ca. 26 Eier im Monat.

  • Wer arbeitet in der Solawi?

Unsere Gärtner*innen / Landwirt*innen sind fest angestellt. Sie werden über die Mitgliedsbeiträge finanziert. Über eine freiwillige Mithilfe durch unser Mitglieder feruen wir uns. Diese ist aber nicht verpflichtend.

  • Muss ich auch arbeiten? Wie ist es mit der Mithilfe?

Grundsätzlich ist niemand zur Mitarbeit verpflichtet. Wir freuen uns aber über jede Hilfe. Entweder an den definierten        Mit-Mach-Tagen oder auch zwischendurch. Du hast Lust mitzumachen? Dann sprich uns einfach an.

  • Wo ist der Unterschied zur Biokiste?

Eine Biokiste liefert dir eine definierte Menge Gemüse zu einem Preis. Du zahlst hier also einen kg-Preis für dein Gemüse. In einer solidarischen Landwirtschaft wird die gesamte Landwirtschaft - nicht das einzelne Lebensmittel - über deine Beiträge finanziert. Dadurch unterstützt du die Erzeuge*innen und trägst das Anbaurisiko mit. Das Lebensmittel erhält so seinen Wert zurück.

  • Wie läuft die Zahlung eines Anteils ab?

Du hast die Wahl zwischen verschiedenen Zahlungsmodalitäten (monatlich, quartalsweise,...). Du kannst überweisen oder uns einen Lastschriftauftrag erteilen. Genaueres siehst du auf deinem Mitgliedsantrag.

  • Wie lange gilt die Mitgliedschaft? Ist eine Mitgliedschaft jeweils für ein volles Jahr angelegt?

Ja, die Dauer einer Mitgliedschaft ist für ein volles Jahr vorgesehen. Solltest du aus unvorhergesehenen Gründen während der laufenden Saison aussteigen wollen, dann sprich uns an und wir schauen, ob wir eine individuelle Lösung finden. Beispielsweise könnten wir ein "Ersatz"-Mitglied aufnehmen.

  • Werden nebem dem Hof weitere Depots/andere Abholorte geschaffen? 

Grundsätzlich ist das für die Zukunft geplant. Je nach Wohnortradius unserer Mitglieder.

  • Gibt es eine Kündigungsfrist?

Nein, die Mitgliedschaft läuft automatisch nach einem Jahr aus. Wir werden hierüber aber immer zeitnah informieren, wie es organisatorisch für das Folgejahr ablaufen wird.

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